Die Halswirbelsäule bei Hunden

 

Der Hals eines Hundes ist genau wie beim Menschen ein sehr empfindlicher Bereich.

Kehlkopf und Schilddrüse so wie wichtige Blutversorgungen des Kopfbereiches und Nervenstränge laufen hier  vorbei.

 

Bei einer ungünstigen Leinenführung, steigt der Augendruck bedenklich hoch  ( weit aufgerissenen Augen bei straffer Leine und Halsband ) die Folgeschäden an den Augen sind vorprogrammiert.

Auch die Wirbelkörper sind im Halsbereich empfindlich und eine kontinuierliche Belastung dieses Bereiches durch Rucken des Menschen oder auch Zug des Hundes, führen zu späteren Schäden .

Bandscheibenvorfälle und Lähmungen der Hinterbeine sind eine der Hauptschäden die eine ständige Belastung über das Halsband hervorrufen.

Sicher ist dies vielen Hundehaltern nicht bewußt, denn es war doch schon immer so...

 

Gerne wird auch das Agument benutzt aber mit Geschirr zieht der Hund doch noch mehr. Warum ist das so ?

Zum einen ist die Strategie von Caniden ( hundeartigen ) alles zu meiden was Schmerzen oder Unbehagen verursacht. Das ist ein automatisch ablaufendes Programm .  In unserem Fall will der Hund duch die Belastung des Halses nur noch weiter weg vom Schmerz. Es ist eine menschliche Logig zu sagen " Der Hund braucht doch nur mit dem Ziehen aufzuhören, selber  Schuld". 

Dieses Agument ist schlicht und ergreifend nicht tragbar  und kann mit dieser menschlichen Logik vom Tier auch nicht umgesetzt werden und daher  unbegründet. 

Hundehalter die von einem Halsband auf ein Geschirr gewechset sind , können  auf Anhieb ein viel abgeschwächteres Ziehverhalten feststellen, was den Einstieg in ein weiteres Training zur Leinenführung begünstigt.

 

Sicher ist ein breites Halsband und ein Hund der entspannt damit läuft nicht zu verteufeln, aber wir Menschen sollten uns daran errinnern , dass  die Leine, den Hund sichert  und nicht zur Maßreglung von Verhalten dient !

Wir würden uns auch  nicht den Sicherheitsgurt  um den Hals legen,..... warum  eigendlich nicht? Genau aus den selben Gründen, der Hals ist ein empfindlicher Bereich !!

Wenn wir möchten, das unsere Hund einen möglichst langen, gesunden  Lebensabschnitt mit uns verbringen, dann sollten wir dieses Wissen nicht unberücksichtigt lassen.

Was vor 20 Jahren noch selbstverständlich war ist mit dem heutigen Wissen um Gesundheit und Lernverhalten von Hunden nicht mehr tragbar.

 

Quellen und Literatur dazu:

Anders Hallgren  "Rückenprobleme  beim Hund "

Schilddrüse und Verhalten

auch mein  Ron  ist von  einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen auch mein Ron ist von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen

Problematisches Verhalten bei Hunden hat nicht selten eine Krankheit als Hintergrund.

 

Ein Hund der Schmerzen hat  reagiert durchaus ängstlich oder aggressiv.

Organische Beschwerden so wie eine Schilddrüsenproblematik sind dabei ebenso zu berücksichtigen wir ständiger Juckreiz.

 

Sollten SIe mit einem problematischen Hund einen Hundetrainer aufsuchen sollte  vor einer Therapie , der Gesundheitszustand des Tieres überprüft werden.

 

Schilddrüsenunterfunktion

 

Eine sehr ausführliche Zusammenstellung  häufiger Fragen zur Schilddrüsenunterfunktion können Sie nachfolgend lesen. Mit freundlicher Genehmigung von Claudia Münning  letzter Stand: 30.06. 2010

 

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

 

Die klassischen Symptome , die jeder Tierarzt erkennen müsste:

-schlechte Fellqualität

( auch : nackte Beine, nackter Bauch, dünne Ohrbehaarung, grosser nackter Nasenspiegel )

- Trägheit

- Fettleibigkeit

- "trauriges Gesicht"

 

Darüber hinaus gibt es aber auch noch andere, unter Tierärzten oft weniger bekannte Symptome:

- Hibbeligkeit

- aggressives Verhalten

- Angstverhalten bis hin zur Panik

- nimmt trotz viel fressen nicht zu

- Ohrenentzündung , offene Ohrspitzen

- schlechte Wundheilung

- humpeln

- Herzprobleme

- schlechte Ansprechbarkeit im Training

- friert schnell

- hecheln in Ruhephasen ohne erkennbaren Grund ( Wärme, Stress,          Schmerzen etc. )

 

Alle diese Symptome können natürlich auch bei anderen Krankheiten auftreten, aber wenn mehrere dieser Symptome zusammentreffen und zum Teil sehr extrem heftig sind, lohnt es sich auf jeden Fall, die Schilddrüsenwerte des Hundes bestimmen zu lassen. Und sei es auch nur, um eine Schilddrüsenunterfunktion ausschliessen zu können und nach anderen Ursachen zu suchen.

 

Schilddrüsenüberfunktionen gibt es bei Hunden übrigens nur sehr sehr selten. Anders bei Katzen. Hier gibt es eher Schilddrüsenüberfunktion als Unterfunktion.

 

Welche Blutwerte brauche ich, um festzustellen, ob mein Hund eine SDU hat ?

 

T4 und TSH sind mindestens erforderlich, um den Verdacht , dass mit der Schilddrüse etwas nicht stimmt, zu bestätigen.

Sehr wichtig sind generell ein Organprofil und ein Blutbild, um evtl. andere Krankheiten ausschliessen zu können, die die Schilddrüsenwerte beeinflussen können. Ein Hinweis, welche Krankheiten in Frage kommen könnnen finden sich hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Euthyroid-Sick-Syndrom

 

Je nach Geldbeutel ist es sinnvoll, noch folgende Werte zu bestimmen:

-  fT4,T3,fT3, TAK

Diese sind weitere Werte , die einen Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse geben.

 

- Selen,Zink, Jod, Eisen

Wenn diese Werte einen deutlichen Mangel anzeigen, besteht die Gefahr, dass die Schilddrüse nicht korrekt arbeitet.

 

Ob der Hund zur Blutentnahme nüchtern sein muss oder nicht, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Wichtig ist, dass der Hund beim Organprofil und Blutbild nüchtern ist.

 

Bekommt der Hund bereits Thyroxin, sollte man das Blut ca. 4-6h nach der Tablettengabe abnehmen lassen. Bei nachfolgenden Blutuntersuchungen dann möglichst immer im gleichen Zeitraum, also z.B. nach 5 Stunden, wenn beim ersten Mal nach 5 Stunden Blut abgenommen wurde, damit die Werte vergleichbar sind.

 

Wie interpretiere ich die Laborwerte ?

 

Normalerweise interpretiert der Tierarzt die Werte.

 

Zu den Werten wird ein sogenannter Normalbereich angegeben. Als eine  Ober- und Untergrenze, bis zu der Werte als normal angesehen werden.

 

Bei den Schilddrüsenwerten hat sich herausgestellt, dass viele Hunde, deren Werte im unteren Bereich des Normalberichs liegen, trotzdem Probleme mit der Schilddrüse haben.

 

Als Faustregel für die meisten Hunde gilt: Der T4-Wert sollte in der oberen Hälfte des Normalbereichs liegen. Vor allem bei jungen Hunden sind niedrige Werte ein deutliches Anzeichen für eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Es gibt aber auch Hunde, die mit niedrigeren Werten ohne Probleme gut klarkommen.

 

Beim Normalbereich für T4  von 1,0-4,7 ug/dl würde ich persönlich bei Werten deutlich unter 3,0 und Fellproblemen, Ohrenproblemen, und Verhaltensproblemen ( Angst,Aggression ) von einer Funktionsstörung der Schilddrüse ausgehen, die dringend behandelt werden muss, sofern keine andere Krankheiten diagnostizierbar sind, die niedrige Schilddrüsenwerte zur Folge haben.

 

Die hier genannten Werte und er Normalbereich beziehen sich auf das Labor vetmed. Bei andern Laboren können die Normalbereiche anders festgelegt sein und auch andere Einhaiten für T4 angegeben werden.

 

Beim TSH-Wert gilt: Ist er an der oberen Normalberichsgrenze oder sogar darüber, dann ist das ein sehr eindeutiges Zeichen, dass etwas mit der Schilddrüse nicht stimmt und dringend behandelt werden muss. Ist er normal, also deutlich unterhalb  der angegebenen Grenze, so ist der Wert nicht aussagekräftig, man kann dann daraus werder ableiten, dass alles in Ordnung ist , noch dass die Schilddrüse krank ist. Um das zu beurteilen, werden die anderen Werte , insbesondere T4 benötigt.

 

T4-Wert liegt gut in der Norm, T3-Wert zu niedrig

 

Dies kann ein Anzeichen dafür sein, dass eine andere Krankheit vorliegt, die die Schilddrüsenwerte beeinträchtigt, wie z.B. Leishmaniose aber auch andere Krankheitsprozesse . Es ist keinenfalls sinnvoll, in so einem Fall einfach T3 als Medikament zu geben ! Sinnvoll is eine genaue Diagnose und Behandlung der Krankheit, die die niedrigen T3 -Werte verursachen.

 

Wie gebe ich das Thyroxin ( Forthyron) ?

 

Es gibt zwei Formen von Thyroxin für Hunde.

Forthyron in 200ug- und 400ug-Tabletten und Leventa, ein flüssiges Thyroxin.

 

Normalerweise bekommt man vom Tierarzt die Forthyron-Tabletten. Einige Tierärzte verschreiben auch noch die Tabletten L-Thyroxin oder Euthrox. Dies sind Menschenmedikamente, mit denen sich niedrige Dosierungen leichter einteilen lassen.

 

Die Tabletten werden in der Regel 2x täglich gegeben, tagsüber im Abstand von 10-12 Stunden.

 

Zwischen Tablettengaben und Fütterung sollte mindestens 30 Minuten liegen. Man kann die Tabletten auch mit dem Futter geben, aber dann kann es sein, dass eine höhere Dosis benötigt wird.

 

Welche Dosierung braucht mein Hund ?

 

Diese Frage läßt sich nicht allgemein beantworten, sondern nur für jeden Hund einzeln.

Früher ist man davon ausgegangen, dass ein Hund mit max. 20ug/kg Körpergewicht gut eingestellt ist.

2oug/kg bei einem 30 kg Hund würde eine Dosis von 600 ug bedeuten, also 2x300 ug pro Tag. Damit kommen viele Hunde aber noch nicht gut klar. Sie brauchen. mehr. Einige wiederum brauchen weniger.

 

Man beginnt mit 2,5 oder 5 ug/kg Körpergewicht und steigert dann alle 10-14 Tage um 2,5 bzw. 5 ug/Körpergewicht.

Bei 30 kg Hund würde man bei 5 ug/kg eine Anfangsdosis von 150 ug geben. Aufgrund des Tabletteninhaltes wäre eine Anfangsdosis von 200 ug leichter zu dosieren. Die meisten Hunde mit 30 kg Gewicht  vertragen 2x100 ug ohne Probleme als Anfangsdosis.

 

Über die Maximal-Dosis gehen die Meinungen auseinander. Früher wurde von 20ug/kg Körpergewicht als Maximaldosis ausgegangen, nach meinen Infos von einer SD -Spezialistin gibt es aber Hunde, die bis 80 ug/kg Körpergewicht brauchen und auch problemlos  vertragen ohne Überdosierungserscheinungen.

 

Wann die "Wohlfühldosis" des Hundes erreicht ist, kann man nur durch beobachten von Fell und Allgemeinbefinden, sowie dem Verhalten des Hundes feststellen. Hierbei kann ein Tagebuch, indem die Dosis  und alle wichtigen Daten ( Fellqualität, Ohrenentzündung, abnormaler Kot, Veränderung der Futterzusammenstellung, usw. ) und Ereignisse ( besseres/ schlechteres  Verhalten, besser/schlechtere Ansprechbarkeit im Training, usw. ) notiert werden, von grossem Wert sein.

 

Bei Dosiserhöhung erst die Morgendosis erhöhen, die Abenddosis belassen. Am nächsten Tag dann auch die Abenddosis erhöhen.

 

Viele Hunde brauchen morgens eine höhere Dosis als abends . Das  muss man durch beobachten rausfinden. Ist der Hund nachts ungewöhnlich unruhig, sollte man einen Dosierungsschritt bei der ABenddosis zurückgehen.

 

Manche Hunde kommen besser mit einer dreimaligen Thyroxin - Gabe klar. Dass muss man im Einzelfall einfach ausprobieren. Die Dosis wird ann schrittweise verändert, indem man z.B. von der Abenddosis eine Teil auf mittags gibt.

 

Woran merke ich, dass mein Hund zuviel Thyroxin bekommt ?

 

Anzeichen für eine Überdosierung sind:

 

- starkes Hecheln in Ruhesituationen

- Herzrasen (schneller Pulsschlag )

- Durchfall ohne sonstigen grund über längere Zeit

- vermehrter Harndrang ( mehr urinieren als sonst )

- speicheln

 

Außerdem: Deutliche Verhaltensveränderungen. Hierbei gilt es allerdings genau zu beobachten und zu dokumentieren, da z.B. negative Verhaltensveränderungen auch ein Anzeichen dafür sein können, dass die Thyroxin-Dosis nicht ausreicht.

Eine einmaige Überdosierung ist meistens unkritisch. Der Hund verstoffwechselt das Thyroxin viel schneller als ein Mensch und nach wenigen Stunden legt sich das Hecheln und/oder Herzrasen. Beim Hund geht man von einer Halbwertszeit des Thyroxins von ca. 12 Stunden aus, beim Menschen von 6-8 Tagen.

 

Hunde können als Fleischfresser auch viel größere Dosis-Schwankungen unproblematischer überstehen, als Menschen.